Ein unschlagbares Trio – und wer sich dahinter verbirgt

In Krásná Lípa steht auf dem Marktplatz ein grünes Haus. Hier machen, wenn sie nicht gerade unterwegs sind, drei Menschen ihren Job. Ohne sie wäre der Tourismus in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz nicht das, was er heute ist. Im diesem Haus der Böhmischen Schweiz in Krásná Lípa befindet sich die Abteilung Tourismus und Destinationsagentur der gemeinnützigen Gesellschaft Böhmische Schweiz. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich drei aktive, sympathische Menschen, die sich für ihre Region einsetzen und die ein eingespieltes Team bilden. Jiří Rak ist quasi der Kopf des Ganzen, Dana Štefáčková der Mund und Romana Kořínková die Hand. Auf Ergebnisse ihrer Arbeit stößt man buchstäblich auf Schritt und Tritt. Oft sind sie auch selbst vor Ort. Jirka managt die Ausflüge der Gesellschaft als Touristenführer, Dana wird zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen oder im Radio, Fernsehen aktiv, und Romana organisiert die beliebten Fotoworkshops. Auf die Frage, worin denn eigentlich die Arbeit des Trios besteht, war man sich schnell einig: Man hilft dem Nationalpark Böhmische Schweiz und seiner geschützten Flora und Fauna, indem man einerseits die Werbetrommel für diesen herrlichen Winkel Tschechiens rührt, Programme und Veranstaltungen erarbeitet, an interessanten Orten Infotafeln aufstellt. Und andererseits Gemeinden und in der Tourismusbranche tätigen Unternehmern hilft, für Besucher und Touristen beste Bedingungen zu schaffen.

Wie sind Sie eigentlich zu dieser Arbeit gekommen?

Jirka: „Ich stamme aus Prag. Mit zwölf Jahren schickten mich meine Eltern, da ich sehr dünn war, in das Erholungsheim in Jetřichovice. Hier hat es mir sehr gefallen. Als ich wieder nach Hause kam, fing ich an, nach Landkarten Ausschau zu halten. Im damaligen Kulturzentrum der DDR in Prag entdeckte ich eine Landkarte vom sächsischen Teil dieses Landstrichs. Mir war klar, dass die wunderbare Felsenwelt doch nicht an der Grenze Halt macht. Ab dieser Zeit war ich sehr oft hier und durchstreifte sowohl den böhmischen als auch den sächsischen Teil. Zu Beginn noch mit meinem Vater, später mit Freunden oder auch allein. Dann traf ich rein zufällig im Kino in Krásná Lípa den Gründer der gemeinnützigen Gesellschaft Marek Mráz und verließ bald darauf meine Arbeit als Manager bei einem internationalen Unternehmen. Ich ließ meine Familie (jede Woche von Montag bis Freitag) in Kolovraty bei Prag zurück und fuhr an jene Orte, die ich bereits seit vierzig Jahren als Tourist besuchte. Und begann, für den Tourismus zu arbeiten.“

Dana: „Ich bin von hier, aus Rumburk. Ich habe in Prag Geschichte studiert und dann an der hiesigen Schule Geschichte und Bürgerkunde unterrichtet. Seit ich denken kann, habe ich mit meinen Eltern Ausflüge unternommen. Und eines Tages bewarb ich mich auf eine Anzeige der gemeinnützigen Gesellschaft um die Stelle des Mitarbeiters für Öffentlichkeitsarbeit. Ich musste von der Pike auf Neues hinzulernen. Aber gerade das hat mir viel Spaß gemacht. Plötzlich brachte meine Arbeit auch Ergebnisse. Ich war freier und allmählich ging ich ganz in dieser Arbeit auf.“

Romana: „Ich bin auch aus Rumburk und bereits seit der Grundschulzeit mit Dana befreundet. Dana hat mich dann auch hierher geholt, als ich nach der Grenzeröffnung als Zöllnerin keine Arbeit mehr finden konnte. Ich begann als Bildungsadministrator und ging nach und nach zum Tourismus über. Die Natur mochte ich schon als Kind. Aber erst durch diese Arbeit habe ich erstaunt festgestellt, dass es hier viele mehr schöne Orte gibt, als ich überhaupt ahnte.“

Wenn Sie auf Ihre Arbeit der vergangenen Jahre zurückblicken, worauf sind Sie
dann ganz besonders stolz?

Jirka: „Wahrscheinlich darauf, dass ich quasi ein Teil der Region geworden bin, etwas Konkretes für sie und die Menschen hier tue, und dass ich hier nicht anonym bin Im Gegenteil, die Menschen schätzen unsere Arbeit, das Prestige der gemeinnützigen Gesellschaft ist in den zehn Jahren ihres Bestehens stark gestiegen. Sie ist heute ein gut eingeführtes, wertvolles Markenzeichen. Und es freut mich auch, dass wir zu den Menschen eine Beziehung aufgebaut haben. Man spricht über uns, empfiehlt die Böhmisch- Sächsische Schweiz weiter - und zwar so, dass die Menschen immer wieder kommen. Und wenn jemand, ganz gleich, ob Tscheche, Deutscher oder Holländer, nach einer Veranstaltung zu uns kommt und sich bedankt, ist das vielleicht die schönste Belohnung.“

Dana: „Vielleicht darauf, dass uns heute von den Medien Vertrauen entgegengebracht wird. Dass sie sich auf mich verlassen und ich sie nicht mehr bitten muss, über uns zu schreiben, sondern sie sich an mich wenden, weil sie über uns schreiben wollen. Und dass mir auch die Einheimischen vertrauen. Aber am meisten habe ich mich wohl darüber gefreut, als ich mit den Infotafeln beauftragt wurde. Plötzlich war ich es, die entschied, wo eine Tafel zu stehen hatte und was darauf stehen sollte. Ich war manchmal hin und her gerissen zwischen Panik und innerer Zufriedenheit. Ich bin jedes Mal nahezu gerührt, wenn ich sehe, dass die Tafeln gelesen werden und nützlich sind.“

Romana: „Für mich sind das eindeutig die Fotoworkshops mit Vašek Sojka und Peter Juraček. Darum kümmere ich mich bereits mehrere Jahre, um alles, was dazugehört. Ich versuche, die Teilnehmer zu verwöhnen und vor allem: Ich bin immer dabei, stehe mit ihnen morgens auf und kann die überwältigende Landschaft mit ihren fantastischen Orten erleben. Auch wenn ich nicht fotografiere, habe ich all diese Bilder in meinem Herzen. Und dann sind da noch die anderen Programme, z. B. die Ausflüge in die Felsenwelt aus der Veranstaltungsreihe „Böhmische Schweiz – das geht ab!“

Sie bieten eine breite Palette von Programmen, Veranstaltungen, Ausflügen an. Warum
ist es besser, diese Angebote anzunehmen als auf eigene Faust loszumarschieren?

Alle: „Wir bereiten alles vor, was wir uns ausgedacht haben und organisieren das auch. Wer mit uns mitgeht, braucht nichts anderes, als nur pünktlich und mit gutem Schuhwerk da zu sein. Es ist genauso, als würde Sie z. B. jemand durch Barcelona begleiten, der dort geboren und aufgewachsen ist. Wir haben einfach in den Jahren Erfahrungen gesammelt und wissen, welche Strecke sich lohnt, was man lieber auslassen sollte, womit man fahren sollte, damit auch die Fahrt ein Erlebnis ist. Und wir kennen Orte, die Touristen nicht ohne Weiteres entdecken …“

Sie sehen wirklich zufrieden aus – fehlt Ihnen eigentlich noch etwas?

Alle: „Wir könnten noch einen kreativen, offenen und begeisterungsfähigen Menschen gebrauchen, der Lust hat, neue Dinge zu erproben. Das wäre eine Art Transfusion von frischem Blut, die uns wieder ein Stück weiter bringen würde.“

Jirka
Lieblingsort: die Felsen um das Zeughaus im Gebiet Großer Zschand, ganz in
der Nähe unserer Flügelwände und vom Prebischtor.
Was ihm noch Freude macht: Reisen – vor allem durch unsere nordöstlichen Berge von
Hřensko (Herrnskretschen) aus über den Jeschken, das Isergebirge, die Schneekoppe
bis hin zu den Adersbacher Felsen und das Glatzer Gebiet. Und auch durch die
Slowakei, die allwöchentliche Heimkehr zur Familie.
Wünsche: Dass die Grenze wirklich verschwindet, auch in den Herzen der Menschen.
Dass die Information besser klappt und der grenzübergreifende Verkehr funktioniert.
Und ein Geheimwunsch: Dass wir einmal die alten Wege begehen können,
die in Vergessenheit geraten und zugewachsen sind.

Dana
Lieblingsort: Jetřichovicer Aussichten
Was ihr noch Freude macht: Ihre Familie, das ihr Sohn Eishockey spielt, Reisen,
Geschichte, Nordic Walking (mit Romana)
Wünsche: Dass endlich alle, die hier leben, verinnerlichen: Der Nationalpark ist eine
riesige Chance, er ist ein Gaspedal, keine Bremse.

Romana
Lieblingsort: Die Grundmühle
Was ihr noch Freude macht: das neue Haus, die Familie, Freunde, Abfahrtslauf, Nordic
Walking (mit Dana)
Wünsche: Dass es für das, was wir tun, auch genug Geld gibt, damit wir unsere Arbeit
fortsetzen können.

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